Was haben sich die 9 Künstler/innen zum Thema Vis a Vis gedacht und wie haben sie das Thema künstlerisch umgesetzt?

 

 

Irene Greinwalds Fotoserien und eine Skulptur spiegeln Erfahrungen und Einblicke in Pflege und Krankheit wider, die von heiter, über wolkig bis eiskalt und traurig beschrieben werden können.

 

Es geht auch bei Hannelore Vetter, die ihre Bilder in einer vielschichtigen Collagetechnik umsetzt, um komplexe Gefühle den Mitmenschen gegenüber. Von Angesicht zu Angesicht und Verständigung über Verbundenheit aber auch von Fremdheit handeln ihre ausdrucksstarken Exponate.

 

Die positiven wie negativen Konfrontationen ebenfalls im zwischenmenschlichen Bereich hält Michael Weinmann mit der Kamera fest. Er beobachtet seine Mitmenschen oft im Museum, vis a vis mit der Kunst, und fängt dabei natürliche und zum Teil intime Situationen ein.

 

Auch die Bildkomposition „meetings“ von Monika Stoffel zeigt die unterschiedlichen, psychologischen Spiegelungen im Anderen in verschiedenen Alltagssituationen, umgesetzt in schwarz-weiß Schattierungen. Ihre weiteren Arbeiten „reflections 1 und 2“ in Fototransfertechnik mit Acrylmalerei,zeigen aneinandergereihte Spiegelungen von Naturlandschaften, die als Bildmetapher für eine mahnende Haltung zum Schutz unserer einmaligen Umwelt stehen.

 

Lilli Schneider und Ute Schraag widmen sich beide eindringlich dem brennenden Thema des zunehmenden Plastikmülls. Ein mahnendes Flechtkreuz aus Zitrusnetzen, die „Crux des Meeres“von Lilli Schneider, verdeutlicht die tödliche Gefahr für viele Meerestiere, hier speziell die Schildkröten. Daneben stehen die 6 blinden, aus Plastikeimern gestalteten „beunruhigenden Musen“ von Ute Schraag, die der Szenerie teilnahmslos zuschauen. Beide Künstlerinnen kritisieren den frevlerischen Umgang mit der Umwelt mit dem Blick auf das Hintergründige und Abgründige.

 

Eine weitere Werkgruppe von Lilli Schneider sind Scherenschnittspiegelungen mit dem Titel „Dialoge im Spiegel“. Im Zusammenspiel von Linie, Ornament und lichter Plastizität sind ausdrucksvolle Charaktere und Phantasiegestalten entstanden, mal bizarr, mal märchenhaft.

 

Die nächsten Künstler/innen gehen das Thema Vis a Vis mit der bildhaften Gestaltung von Farben und grafischen Elementen an:

 

Rote, graue und weiße Farbflächen stehen sich bei Waltraud Hagedorn wie gemalte Kontinente gegenüber, mal teils verbunden, mal hart kontrastiert, sich ergänzend, aber dennoch als ein gesamtes, organisches Gebilde.

 

Klaus Hoffmann nimmt das Vis a Vis von Farbflächen wörtlich und drückt sie förmlich in mehreren Wiederholungen gegeneinander, sodass interessante Spiegelbilder entstehen.

 

Richard Maucher schließlich, zeigt in seinen streng formalen, kleinteiligen ,grafischen Parkettierungen eine endlose, sich wiederkehrende, teils farbige Struktur, die dem Betrachter Rätsel aufgibt.

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